Kultur
Montag, 28.12.26
Falschgeld live in der Käsküche (scrolle runter)
21. bis 28. November 2026
Kunst als Lebensraum in der Käsküche Bernbeuren
Neues Kunstprojekt von Bertram Maria Keller verwandelt die Käsküche in ein begehbares Kunstwerk
Im September vergangenen Jahres, präsentierte der Allgäuer Aktionskünstler Bertram Maria Keller sein erfolgreiches Kunstprojekt „ROOMS“ im Marktoberdorfer „Tagwerk 27“. Auf die Frage, ob es auch dieses Jahr wieder ein Kunstprojekt von ihm geben wird, sprach er exklusiv mit der AZ und lüftete das bisherige Geheimnis: „Ja, es wird auch dieses Jahr wieder ein Kunstprojekt von mir geben. Ich arbeite bereits seit Anfang des Jahres am künstlerischen Konzept und es wird thematisch und szenografisch eine konsequente Weiterführung von „ROOMS“ werden“.
Was passiert, wenn Kunst nicht nur in einem Ausstellungsraum gezeigt wird, sondern mitten in das alltägliche Leben einzieht? Wenn Wohnzimmer, Küche, Flure und historische Räume nicht ihre Funktion verlieren, sondern durch Kunst eine neue Bedeutung bekommen? Genau dieser Frage widmet sich der Allgäuer Aktionskünstler Bertram Maria Keller mit seinem neuen ARTbmk★ Kunstprojekt „HOME“. Vom 21. bis 28. November 2026 wird die historische Käsküche Bernbeuren zur lebendigen Kunstgalerie – und gleichzeitig zum tatsächlichen Zuhause des Künstlers und seiner Familie. Damit führt Keller sein im vergangenen Jahr erfolgreich präsentiertes Projekt „ROOMS“ konsequent voran und entwickelt die Idee des begehbaren Kunstraums nochmals weiter. Bei „ROOMS“ hatte Keller im Marktoberdorfer „Tagwerk 27“ die Räume eines leerstehenden Hauses mit künstlerischen Interventionen in Szene gesetzt und sie so in eine lebende Galerie verwandelt. „HOME“ setzt genau dort an – geht aber einen entscheidenden Schritt weiter.
Diesmal ist das Haus bewohnt und vollständig eingerichtet. Mit Beginn der Ausstellung wird Keller mit seiner Familie selbst in die Käsküche einziehen. Fast alle Bereiche des Hauses – ausgenommen Schlaf- und Badezimmer – werden dabei Teil der Ausstellung. „Leben inmitten der Kunst und sich dabei inspiriert und zuhause zu fühlen – genau dieses Feeling möchte ich mit ‚HOME‘ zeigen“, beschreibt Keller seine Idee. Damit verschwimmen die Grenzen zwischen Ausstellung und Alltag, zwischen Kunstwerk und Lebensraum. Die Besucher*Innen betreten keine klassische Galerie, sondern ein Zuhause, in dem Kunst zum Bestandteil des täglichen Lebens wird.
Für dieses ungewöhnliche Konzept könnte der Ort kaum passender sein. Mitten in Bernbeuren, dort, wo Pfaffenwinkel und Allgäu am Fuße des Auerbergs zusammentreffen, befindet sich die über 130 Jahre alte ehemalige Untere Käsküche. Das historische Molkereigebäude wurde 1890 als Genossenschaft erbaut. 1937 kamen unter anderem ein Labor-, Kühl- und Kesselhaus hinzu. Bis 1968 wurden hier täglich rund 5.000 Liter Milch zu Käse und Butter verarbeitet. Als Milchsammelstelle war die Käsküche noch bis 1985 in Betrieb.
Heute präsentiert sich das Gebäude nach aufwendigem Umbau als Wohnung sowie Ferien- und Seminarhaus. Die ehemalige Milchannahmestelle und der historische Reife-Gewölbekeller bieten darüber hinaus Raum für kulturelle Veranstaltungen. Bekannt wurde die Käsküche unter anderem durch ihre beliebten „Wohnzimmerkonzerte“, die längst über das Allgäu hinaus ein Publikum gefunden haben. Nun kommt mit „HOME“ eine weitere kulturelle Facette hinzu. Keller möchte dabei bewusst den Charakter und die Geschichte der vorhandenen Räume erhalten. Die Kunst soll nicht einfach aufgestellt werden – sie soll mit dem jeweiligen Raum in einen Dialog treten.
Zum Einsatz kommen unter anderem StreetART-Arbeiten, Paintings, Graffitis, künstlerisch gestaltete und besprühte Banner, skulpturelle Artworks, Video-Loops sowie Lichtinstallationen. Mit szenografischen Mitteln wird der vorhandene Lebensraum verändert, ohne ihm seine Identität zu nehmen. So entsteht eine ungewöhnliche Wechselwirkung: Der Wohnraum wird zum Kunstraum und gleichzeitig der Kunstraum zum Lebensraum. „Bei ‚HOME‘ geht es für mich nicht darum, ein Haus mit Kunst zu füllen. Es geht darum, Kunst und Leben miteinander zu verbinden und zu zeigen, wie selbstverständlich Kunst Teil unseres Zuhauses und unseres Alltags sein kann“, so Keller.
Wie schon bei seinen bisherigen Projekten plant der Künstler auch bei „HOME“ einige besondere Momente. Unter anderem ist zur Finissage ein Live-Musikact vorgesehen, der das Kunstprojekt um eine weitere kulturelle Ebene ergänzen soll. Und auch außerhalb des eigentlichen Wohnhauses könnte es Überraschungen geben. Zur Käsküche gehört eine besondere „Draußenstelle“: ein begehbares Baumhaus mitten in der Natur. Ob auch dort Kunst Einzug halten wird? Keller hält sich noch bedeckt und antwortet mit einem verschmitzten Lächeln: „Surprise, surprise … schau’mer mal, dann seh’ mer scho.“ Doch eines steht bereits jetzt schon fest: „HOME“ wird keine gewöhnliche Kunstausstellung. Vom 21. bis 28. November 2026 lädt Bertram Maria Keller in der Käsküche Bernbeuren dazu ein, Kunst nicht nur anzuschauen, sondern zu betreten, zu erleben und vielleicht sogar ein Stück weit darin zu wohnen.
Montag, 28.12.26
Falschgeld live in der Käsküche
Eintritt 24 Euro / Einlass 19.00 / Beginn 20.00
Tickets gibt es hier (eventim)
Das Wohnzimmerkonzert ist begrenzt auf 120 Gäste.
Falschgeld sind jung, aus München und machen dreckigen Indie-Pop-Rock mit deutschen Texten, stilistisch irgendwo zwischen TonSteineScherben und den frühen Strokes, Wanda und AnnenMayKantereit.
Allergediegensten Halbstarken-Krawallo! hoher Spaßfaktor! keine Rücksicht auf Verluste!
Die punkige Attitüde der vier Pop-Lümmel, die seit Kindestagen miteinander Musik machen und entsprechend druckvoll abliefern, trifft kontrastreich auf tiefgründige und smarte Texte von Frontmann Jona Volkmann (den mittlerweile viele auch aus dem Kino kennen, u.a. zuletzt in Sönke Wortmann`s „Der Spitzname“)
Nach ihrem aufsehenerregenden Debütalbum „Menschen wie wir“ (produziert von Franz Ferdinand Gitarrist Nick McCarthy) arbeitet die Band momentan mit Produzenten-Koryphäe Moses Schneider (AnnenMayKantereit, Beatsteaks, K.I.Z, Tocotronic … ) an ihrem zweiten Longplayer „Flügge werden“, welcher auch genau davon handelt: vom Erwachsenwerden in unruhigen Zeiten während die Welt scheinbar aus den Fugen gerät. Zeitgeist und Coming ofage treffen auf angenehm ehrlichen Indie-Pop-Rock ohne Schnörkel aber dafür mit umso höherem Spassfaktor.



